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Vom „Urknall“ (big bang), den viele Astrophysiker für den Beginn des Universums halten, haben wir alle schon gehört. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Urmaterie explodiert ist und die Galaxien seither auseinanderdriften. Wäre das zugleich der Beginn der Schöpfung Gottes? Das scheint möglich. Manche Forscher aber fragen noch vor den Urknall zurück: Gab es schon vorher eine Geschichte des Universums? Sie gehen davon aus, dass sich das Weltall ganz am Ende zu einem gewaltigen Inferno wieder zusammenzieht (big crunch) und dann noch einmal zu einem Urknall und Neubeginn ansetzt. Auch vor unserem jetzigen Universum kann es schon mehrfach so hin- und hergegangen sein. Mit all diesen Theorien, die zeigen, dass es auch in der Astronomie kein geschlossenes und in allem stimmiges Weltbild gibt, lässt sich der Glaube an Gott als den Schöpfer problemlos vereinbaren. Alles Geschehen im Weltall ist, wie unser eigenes Leben auf der Erde, auf Zerfall angelegt, im Großen wie im Kleinen, in längeren oder kürzeren Zeitabschnitten, aber doch auch auf Neubeginn und Neuschöpfung. Das kann natürlich kein „Beweis“ für religiöse Hoffnungen sein, aber vielleicht so etwas wie hilfreiche Bilder und Zeichen für den Glaubenden, die den großen Schatz an traditionellen Gleichnissen auf zeitgenössische Weise noch ergänzen und bereichern können. Und wenn tatsächlich irgendwann die Lichter im Universum ganz erlöschen? Dann bleibt die Hoffnung des Glaubens. Der Astrophysiker Arnold Benz formuliert ein Jesuswort um in wissenschaftliche Sprache: Jesus sagt: Ich bin das wahre Neue. Wer auf mich vertraut, hat teil am Sinn des Ganzen trotz Zerfall und Tod, auch wenn die Sonne verglühen, die Erde sich im Raum verirren und das Universum zerstrahlen wird. Mit dieser Hoffnung des Glaubens dürfen wir in die letzte Zeit des Kirchenjahres hineingehen, in der uns die Vergänglichkeit vor Augen gestellt wird. Wir dürfen wissen: Über allem Vergehen steht Gottes Werden. Jesus Christus, gestern und heute, und derselbe auch in Ewigkeit! Ihre Pfarrerin Ingrid Koschnitzke |